China März 2025

Das Land der Mitte - Eine Reise die Vorfreude, aber auch etwas Bauchweh hervorruft. Das erste Mal buchten wir eine Reise in einer Kleingruppe und deutschsprachige Reiseleitung. Später sollten wir erfahren, dass wir im Jahr 2025 die einzige, deutschsprachige Reisegruppe sind.  

Nach China genossen wir einen Direktflug in die Stadt  Peking. Aktuell benötigt es bei einem Aufenthalt von bis zu 14 Tagen kein Visum. Somit ist die Einreise relativ einfach. 

Gleich zu Beginn lernten wir den Überwachungsstaat kennen: WLAN am Flughafen gibt es nur mit Reisepass Scan.

Am Flughafen wurden wir von der Reiseleiterin Lilly abgeholt. Es war 6:30 Uhr, wir waren die ersten der Gruppe. Die anderen 13 kamen in den nächsten 1,5 Stunden an, auf die durften wir warten. 

Vom Flughafen fuhren wir dann ca. 1 Stunde in unser Hotel. Früh fiel auf, dass hier sehr viele Elektroautos unterwegs sind. Zum Glück konnten wir die Zimmer früher beziehen und hatten etwas Zeit zum Frisch machen, bevor es mit dem ersten Ausflug losging. 

Das Bezahlen in China ist nicht einfach. Ich habe mir Alipay/Wechat vorab eingerichtet, weil man in Foren liest, dass teilweise kein Bargeld oder Kreditkarte akzeptiert wird. So war es dann auch.

Um einen ersten Eindruck von China zu erhalten, besuchten wir den Himmelstempel, eines der

markantesten Bauwerke der Stadt. Er ist außerdem ein UNESCO-Weltkulturerbe. Hier sind alle Dächer blau - das steht für den Himmel.

Für den nächsten Tag gab es etwas mehr Programm. Am Vormittag besichtigen wir zuerst den Platz des himmlischen Friedens

(Tian'anmen-Platz). Danach ging es direkt weiter in die Verbotene Stadt mit kaiserlich

roten Wänden. Ewig war der

Eintritt für die einfache Bürger verwehrt– was den Namen Verbotene Stadt erklärt. Nach den ganzen Tempeln sehen die einzelnen Abschnitte durch die man sich durchwandert irgendwann immer gleich aus. Nachdem wir in der Nebensaison hier waren mussten wir nicht so lange anstehen. Laut Guide wartet man in der Hauptsaison sicher 2-3 Stunden. Heute waren hier hauptsächlich Chinesen. Wir wurden auch angesprochen, ob man ein Foto mit uns machen könnte. „Langnasen“ sehen anscheinend einige Leute nicht so häufig. Einmal hat mich auch eine Frau auf der Straße angesprochen mit „you are beautiful“.

Anschließend besuchten wir den Olympia Park und fuhren auch weiter zur Altstadt. 

Nach anfänglichen Schwierigkeiten funktionierte unser „Alipay“ mittlerweile auch einwandfrei (auch keine Wifi Verbindung bzw. Empfang nötig). Kreditkarten werden nicht wirklich akzeptiert und auch Bargeld wird von den Einheimischen nicht mehr verwendet. Wenn wir gerade beim Heimischen sind: Die Damentoiletten sind hier in China übrigens alle „zum Hocken“ und keine westlichen. Und WC Papier gibt es auch keines auf öffentlichen Toiletten oder Restaurants, also entweder eines mitnehmen oder immer Taschentücher parat haben. ;) Und eine Pause für innere Harmonie ist hier die Toilettenpause. 

Während man sich an die Toiletten vielleicht nicht so schnell gewöhnt, sollte man sich an die vielen Überwachungskameras gewöhnen. Man wird überall gefilmt. Einmal wollte ein Guide ein Feedbackformular befüllt (positiv) stand daneben und jeder sollte unterschreiben. Die chinesische Art Formulare zu befüllen. 

Am letzten Tag in Peking fuhren wir zur großen Mauer.

Auf der Fahrt dahin lernten wir wieder einiges über China. Bspw. arbeiten hier viele 9/9/6. Das heißt von früh morgens, bis spät abends und das 6 Tage die Woche. Eine große, auch bei uns bekannte, Technikfirma (H.) hat zum Beispiel für jeden Angestellten einen eigenen Raum, auch zum Schlafen. Eine andere spannende Info: die Ein Kind Politik gilt nur noch für Größe Städte und „Han“ Chinesen. Also am Land oder auch Minderheiten können mehr Kinder haben. Falls man als Han Chinese ein weiteres Kind möchte, bezahlt man Strafe (angeblich in Höhe von € 60.000 pro Kind).


Bei der Mauer angekommen ist der erste Eindruck: Faszinierend. Es wird noch faszinierender, wenn man dann die Mauer hochsteckt. Es ist sehr steil und die Stufen haben unterschiedliche Höhen, was es noch anstrengender macht. 

Ein bisschen versteckt liegt auch ein Tempel, wo man Opfergaben bringen kann. Die vorherrschende Religion hier ist der Daoismus. 

Bei einer kurzen Pause plauderten wir mit Touristen aus Neuseeland - was für ein Zufall.

Nach einigen Stunden fuhren wir zurück nach Peking zu einer originalen, chinesischen Apotheke. 

Da bleibt wieder Zeit für eine Geschichte: die Entstehungsgeschichte der chinesisches Sternzeichen/Jahreszeichen. Als Buddha kurz davor war zurück ins Nirvana zu kehren, ließ er alle Tiere noch einmal zu sich rufen. Es kamen allerdings nur 12. Zu Ehren dieser 12 wurden sie zu den Sternzeichen/Jahreszeichen. Dieses brennt sich bei der Geburt in die Menschen. Von dem Apothekenbesuch gibt es wenig zu berichten, außer dass es sich um eine reine Verlaufsveranstaltung gehandelt hat. Schade!

Danach ging es mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Zhengzhou. Die Bahnhöfe hier sind zu vergleichen mit europäischen Flughäfen. Ticket- und Passkontrollen und „Check in“ Schalter, bevor man einsteigt. Man muss hier übrigens nicht nur am Bahnhof den Reisepass zeigen, sondern bei so gut wie jeder Sehenswürdigkeit. Die Fahrzeit betrug etwa 2 Stunden 20 Minuten (671 km).

In Zhengzhou werden angeblich 80% iPhone aller iPhones gefertigt. Direkt daneben eröffnet nun eine BYD Gigafabrik.

Neuer Tag - neues Abenteuer. Am Vormittag besuchten wir das Shaoling-Kloster. Außerhalb des Klosters befinden sich unzählige Kung Fu-Schulen, sowie ein Friedhof mit vielen Pagoden (eine Pagode ist ein Grab eines Abts). Die Schüler leben nach einem strengen Regiment und müssen körperliche, unglaubliche Prüfungen absolvieren (ein Beispiel: mit 20 kg Gepäck 5 km in 23 Minuten auf einen Berg hinauflaufen).

Danach fuhren wir nach Luoyang und besuchten die Longmen-Grotten. Hier finden sich über 100.000 Buddha Statuen - von 17 Meter bis 2 cm groß - und die „chinesische Mona Lisa“. Diese soll die einzige, chinesische  Kaiserin Wu Zetian repräsentieren. Ungefähr 800.000 Leute haben lt. Unserem Guide hieran gearbeitet. Im Park wurde unsere Gruppe angehalten um Feedback zu geben, ob wir negative Erfahrungen auf unserer Reise in der Region gemacht hätten.

Übrigens: Bei jeder Sehenswürdigkeit gibt es ein Eis am Stiel in der Form der jeweiligen Attraktion.

Zum Abschluss ging es mit Zug weiter nach Xi`An, Fahrzeit 1 h 2 Minuten (383 km). Es war die erste Kaiserstadt und bedeutet westlicher Frieden.

In Xi`An besuchten wir eine Handwerkstatt für Jade und Ton. Wir lernten echte Jade von Glas zu unterscheiden (Metallischer Klang und leichter Feuergeruch bedeutet Glas). Jade soll Glück bringen und deswegen haben wir auch ein Glücksrad / Familienrad und eine Halskette für mich gekauft.

Danach stand das nächste UNESCO Weltkulturerbe am Programm: Die Terrakotta Armee. Diese wurde damals zufällig entdeckt. Ca. 8.000 lebensgroße Figuren bilden die Armee, unterteilt in 3 Hallen. Ein unglaubliches Bild beim Betreten der Halle. 


Zum Schluss besuchten wir die Altstadt von Xi’an und das Muslimische Viertel.  

Abends entschieden wir uns auf eigene Faust auf die Stadtmauer zu gehen und die Dekorationen des Lichterfests 2025 anzusehen, der Eintritt betrug 100 Yuan. Viele verschiedene Leuchtobjekte zieren die Stadtmauer. Nachdem das Jahr der Schlange ist war eine ganze Reihe dem Tier gewidmet. 

Heute hat uns unser Guide erzählt, dass Sie eigentlich noch einen anderen Job haben und nur nebenbei Reiseführer für internationale Gruppen sind, nachdem nicht so viele internationale Touristen herkommen.

Neuer Tag - neue Zugfahrt. Diesmal von Xi'an nach Chengdu. Die Strecke sind 711 Km (Fahrzeit 3h 20 Minuten). Chengdu ist die Hauptstadt der Provinz Sezchuan. Diese ist für ihre scharfe Küche bekannt.

Am Nachmittag besuchen wir die Altstadt Kuanzhai Xiangzi (wörtlich die breite und schmale Gasse). Hier war angeblich wenig los, die Definition ist in China definitiv eine andere als bei uns. Übrigens machen die Chinesen wirklich all die unangenehmen Sachen, die man über sie sagt: Spucken einfach überall hin.

Am Abend beobachteten wir im Hotel etwas außergewöhnliches: In der Hotellobby waren 2 Roboter geparkt. Ein Essenslieferant befüllte diesen mit einer Bestellung und der Roboter übernahm die Zustellung im Hotel (die Roboter hier können auch selbst Lift fahren ohne Hilfe). 

Am nächsten Tag besuchten wir die größte Panda-Aufzuchtstation der Welt: die

Chengdu Panda Forschungsstation. Über 200 Pandas leben hier in verschiedenen Gehegen und wir konnten sie beobachten. Es gab „normale“ Pandas, sowie „rote Pandas“.

Am Nachmittag fuhren wir mit dem Zug nach Chongqing. Das sind etwa 290 km (Fahrzeit: Ca. 1 Stunde). Chongqing ist die größte Stadt Chinas mit 32 Millionen Einwohner. Hier gibt es eine U-Bahn, die durch das Haus fährt. 

Zum Beine vertreten folgte ein kurzer Spaziergang am Befreiungsdenkmal im Stadtzentrum. 

Danach begann unsere Yangtze Kreuzfahrt mit der Einschiffung am Kreuzfahrtschiff Präsident 8. Hier gibt es nur Balkonkabinen, dementsprechend waren wir auch in solch einer untergebracht. Als wir los fuhren konnten wir die beachtliche Skyline der Stadt sehen. Überall belichtete Hochhäuser. 

Auf dem Kreuzfahrtschiff selbst erlebten wir erstmals einen Kulturschock, nachdem unsere Gruppe die einzige europäische war. Es war laut, voll und ständig gibt es in den Kabinen Durchsagen in chinesischer Sprache. Englisch ist auch hier, wie überall sonst, eine Seltenheit. WLAN gibt es auch keines auf dem Schiff.

Am ersten Tag unserer Kreuzfahrt besuchten wir den National Park Shuangguishan. Leider schüttete es total. Trotzdem besuchten wir den Su Dongpo Tempel (Nähe der Stadt Zhongxian). Hier lernten wir auch die Bedeutung der chinesischen Krallenanzahl der zu findenden Drachen kennen. 5 Krallen steht für einen Kaiser Drachen, 3 oder 4 nur für Beamte/ Soldaten,… Außerdem sind 7/8/9 Glückszahlen, deswegen findet man bei den Toren In Tempeln oft 9 Kugeln. 

Am zweiten Tag der Kreuzfahrt hielten wir kurz in Feng ji. Mithilfe unseres Guide durften wir für 1 h das Boot verlassen, allerdings mussten wir eine Verzichtserklärung für alles mögliche unterzeichnen. Dann überquerten wir die Schluchten Qutang und Wu und wir näherten uns dem bekannten Wuhan (dort werden wir auch nicht landen). Weiter ging es dann zum Shennv Bach. Wir sahen hängende Särge, Schwalbenhöhlen (die Schwalben werden auch gegessen.) und ein paar Tiere, natürlich neben den schönen Landschaften.

Endlich brach der letzte Tag der Kreuzfahrt an, ca. 600 km hatten wir so zurückgelegt. Wir waren ehrlich gesagt froh darüber, die wenigen Tage waren mehr als ausreichend. Am Vormittag besichtigten wir das größte hydroelektrische Projekt der Welt: Drei-Schluchten-Staudamm. Mehr als 1.3 Millionen Menschen wurden von der Regierung im Jahr 1998 umgesiedelt und ganze

Dörfer liegen nun unter dem Wasserspiegel.

Am Nachmittag fuhren wir von Yichang nach Shanghai mit dem Schnellzug. Das sind ca. 1100 km (ca. 6h Fahrzeit). Am Abend am Weg ins Hotel sahen wir wie üblich tanzende Leute und auch Karaoke singende Leute, einfach auf dem Gehsteig. 

Ein Tag voller Programm in Shanghai stand bevor. Der Jade Buddha Tempel machte den Start der heutigen Tour. Sehr viele Leute beteten hier, in jede Himmelsrichtung und 3x verbeugend. Ein großer Jade Buddha gab dem Tempel seinen Namen. 

Wir besuchten danach einen Gemüsemarkt und erfuhren, dass die Chinesen 1-2 Mal am Tag einkaufen gehen. Sie wollen alles frisch. Auch wenn es Fisch gibt wird dieser lebendig gekauft, toter Fisch wäre „nicht mehr frisch“.

Shanghai bedeutet übrigens Stadt über dem Meer. 

Weiter ging es zu „The Bund“ - Huangpujiang dem Fluss der Shanghai teilt. Man hat von hier einen wunderbaren Blick auf die Skyline, ein Hochhaus jagt das nächste. 

Nach dem Mittagessen wurden wir zu einer (touristischen) Teezeremonie gebracht. Der Tee war gut, aber teuer. Am Weg dahin spazierten wir  durch die Altstadt, hier gibt es jede Menge Shops. Auffällig ist, dass in Shanghai viel mehr Europäer unterwegs sind, als wir in ganz China bisher gesehen hatten. 

Wir besuchten das Shanghai Museum, was eher ein Reinfall war, nachdem fast alle Etagen geschlossen waren. 

Außerdem besuchten wir auch eine Seiden- Spinnerei und danach die bekanntesten Einkaufsstraße Chinas: die Nanjing Road! Wir erfuhren, dass es eine eigene Luxusmarken Steuer gibt und die Dinge deswegen sogar teurer sind als in den USA oder Europa.

Am Abend erwartete uns eine Schifffahrt auf dem Huangpu-Fluss. So konnten wir die Skyline nochmals bei Nacht bestaunen.

Wir schlenderten durch das Finanzviertel Lujiazhui und fuhren auf den 420 m hohen Wolkenkratzers Jin Mao. Wir hatten Glück und mussten nicht lange anstehen, da wenig Leute da waren. Es lohnt sich auf alle Fälle am Abend herzukommen. 

Ein einmalige Reise geht zu Ende. 

Zum Schluss noch ein chinesischer Spruch, den ich für mich mitgenommen habe. Auch wenn es mal nicht so schön ist: Hauptsache man trägt die Sonne in sich.


























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