Madeira August 2026


Die (voraussichtlich) vorletzte Reise dieses Jahr brachte uns auf eine Insel, die ich schon lange sehen wollte: Madeira. Vermutlich hat der ein oder andere schon einmal Geschichten über die Landebahn gehört. Unsere Landung verlief wie jede andere und ohne große Aufregung. Spannend ist, dass die Piloten eine zusätzliche Ausbildung für diesen Flughäfen benötigen. Wir holten den Mietwagen ab und fuhren direkt zu unserem Hotel, welches circa 45 Minuten entfernt war. Wir starteten ganz gemütlich in den nächsten Tag und erkundeten die Umgebung von Calheta. Das Engenhos da Calheta ist ein kostenfreies Museum welches sich mit der Herstellung beschäftigt - klein aber fein.

Nach einem entspannten Vormittag ging es am Nachmittag auf Entdeckungstour entlang der wilden Westküste Madeiras. Unser erster Stopp war Ponta do Pargo, der westlichste Punkt der Insel. Hoch über dem Atlantik thront hier ein Leuchtturm und rundherum eröffnet sich ein spektakulärer Blick auf die steil abfallende Küste und das tiefblaue Meer.

Anschließend folgten wir der Küstenstraße weiter Richtung Süden. Die Straße schlängelt sich durch die zerklüftete Landschaft, vorbei an kleinen Dörfern und immer wieder mit grandiosen Ausblicken auf den Atlantik. Besonders schön ist die Fahrt durch die kleinen Küstenorte Paul do Mar und Jardim do Mar. Während Paul do Mar direkt am Meer liegt und von steilen Berghängen eingerahmt wird, versprüht Jardim do Mar mit seinen kleinen Gassen, weißen Häusern und blühenden Gärten einen ganz besonderen Charme.
Zum Abschluss des Nachmittags wartete noch ein echtes Highlight: Cabo Girão. Die berühmte Aussichtsplattform befindet sich rund 580 Meter über dem Atlantik und gehört zu den höchsten Steilklippen Europas. Der gläserne Skywalk lässt den Blick direkt nach unten auf die Küste und das Meer schweifen, nichts für Menschen mit Höhenangst! Der Ausblick ist dafür umso beeindruckender.
Am nächsten Tag hieß es früher aufstehen, denn vor uns lag einer der schönsten Ausflüge unserer Madeira-Reise: die Ponta de São Lourenço im Osten der Insel.
Unser erster Stopp war die Ponta do Rosto. Von den Aussichtspunkten bot sich ein fantastischer Blick auf die zerklüftete Küste und die lange, schmale Halbinsel São Lourenço. Der Wind war kräftig, aber genau das machte die Szenerie noch beeindruckender.
Dann ging es weiter zur PR8 Ponta de São Lourenço, einer der bekanntesten Wanderungen Madeiras. Man sieht hier bizarre Vulkanformationen, dramatische Klippen und immer wieder spektakuläre Ausblicke auf den Atlantik.
Nach der Wanderung führte uns die Route weiter nach Machico. Bei einem Aussichtspunkt, dem Miradouro Francisco Álvares Nóbrega, konnten wir noch einmal von oben auf die Stadt und die Küste blicken. Anschließend ging es weiter Richtung Caniço fuhren.
Dort wartete mit dem Cristo Rei und der Ponta do Garajau ein weiteres Highlight. Die berühmte Christusstatue steht hoch über dem Atlantik und erinnert ein wenig an Rio de Janeiro im Miniaturformat.
Und weil Madeira scheinbar an jeder Ecke noch eine Überraschung bereithält, durfte natürlich auch ein Wasserfall nicht fehlen: die Cascata dos Anjos. Das Wasser stürzt hier direkt über die Felswand hinunter, ein ziemlich außergewöhnlicher Anblick und ein perfekter Abschluss für unseren Tag.
Generell ist die Parksituation hier auf der Insel ein Horror. Überall gibt es zu wenig Parkplätze, gerade bei den bekanntesten Sehenswürdigkeiten lohnt sich also relativ früh dort zu sein.
Am nächsten Tag stand Funchal auf unserem Programm, Madeiras Hauptstadt.
Wir starteten am Vormittag in der Zona Velha, der historischen Altstadt. Erster Stopp war der Mercado dos Lavradores, die berühmte Markthalle Funchals, die leider zufällig geschlossen war.
Von dort schlenderten wir durch die Rua de Santa Maria, eine der bekanntesten Straßen der Altstadt. Die schmale Gasse mit ihren bunten Türenund zahlreichen bemalten Eingängen ist wohl eine der fotogensten Ecken Funchals.
Weiter ging es zur Fortaleza de São Tiago.
Über die Avenida do Mar ging es weiter ins Zentrum. Vorbei am Palácio de São Lourenço, den wir uns von außen ansahen, erreichten wir die beeindruckende Sé Catedral.
Anschließend ging es zur Câmara Municipal, dem Rathaus von Funchal. Der helle Gebäudekomplex liegt direkt an der Praça do Município, einem mit typischen portugiesischen Fliesen gestalteten Platz.
Nach so viel Stadt und Geschichte war eine kleine Pause im Jardim Municipal genau das Richtige, bevor es weiter zum Parque de Santa Catarina ging. Der große Park oberhalb des Hafens bot uns einen herrlichen Blick über die Bucht von Funchal.
Die berühmte CR7-Statue sahen wir uns natürlich auch an, das Museum ließen wir aufgrund des großen Andrangs aus.
Vom Parque de Santa Catarina ging es weiter Richtung Westen. Bei der Christoph-Columbus-Statue legten wir einen kurzen Stopp ein, bevor wir zur Quinta Vigia kamen. Das historische Anwesen, das heute als Sitz der Regionalregierung dient, konnten wir nur von außen betrachten.
Weiter ging es zum Casino da Madeira und den angrenzenden Parkanlagen. Hier wartete noch ein kleiner Fotostopp auf uns: die Sisi-Statue.
Zum letzten großen Highlight des Tages ging es schließlich in die höheren Lagen Funchals. Der Botanische Garten Madeiras sollte unser Abschluss sein. Oben angekommen eröffnete sich ein fantastischer Blick über Funchal und den Atlantik.
Nachdem wir noch nicht genug von der Höhe hatte, machten wir noch einen Abstecher Richtung Monte, allerdings nur im Auto.
Funchal lässt sich wunderbar zu Fuß entdecken. Besonders die Kombination aus Altstadt, historischen Gebäuden, Parks und den höher gelegenen Gärten macht die Hauptstadt zu einem abwechslungsreichen Tagesausflug.
Am Tag 5 klingelte der Wecker besonders früh. Für unseren Ausflug ins Hochgebirge Madeiras hieß es möglichst zeitig losfahren!
Unser erster geplanter Stopp war der Miradouro da Pedra Rija, besser bekannt als die berühmte „Himmelstreppe“. Die Vorfreude war groß, doch vor Ort folgte leider die Ernüchterung: Tickets waren nicht mehr vor Ort erhältlich und für den gesamten Tag war bereits alles ausgebucht. Hier hätten wir definitiv vorher reservieren müssen. Ein kleiner Wermutstropfen, aber Madeira hat zum Glück mehr als genug andere spektakuläre Aussichtspunkte.
Also ging es weiter zu anderen Wegen des Pico do Areeiro auf 1.818 Metern - bei Sonnenaufgang.
Am Miradouro do Juncal machten wir unseren ersten Halt. Die steilen Bergflanken, tiefen Schluchten und zerklüfteten Felsformationen wirkten fast unwirklich.
Auch der Pico das Torres war von hier aus zu sehen. Besonders beeindruckend war der Blick in Richtung Pico Ruivo, dem höchsten Berg Madeiras. Eine Wanderung dorthin stand heute allerdings nicht auf unserem Programm, wir wollten noch einige weitere Ecken der Insel entdecken.
Von den kahlen Höhen ging es anschließend wieder hinunter nach Ribeiro Frio. Statt schroffer Felsen erwartete uns nun dichter, grüner Wald.
Ribeiro Frio ist bekannt für seine Forellenzucht und vor allem für den ursprünglichen Laurissilva-Wald, den berühmten Lorbeerwald Madeiras.
Hier wollten wir auch einen kurzen Spaziergang machen. Unser Ziel war die Vereda dos Balcões. Der Weg ist mit rund 1,5 Kilometern pro Strecke angenehm kurz und führt durch den grünen Wald zum Miradouro dos Balcões.
Am Aussichtspunkt angekommen, eröffnete sich dank guter Sicht ein fantastisches Panorama über die zentralen Bergketten Madeiras. Von hier konnten wir unter anderem Pico do Areeiro, Pico das Torres und Pico Ruivo sehen.
Danach ging es weiter Richtung Santana, wo wir die traditionellen Casas de Colmo, die typischen strohgedeckten Häuser Madeiras, bewunderten.
Eigentlich stand anschließend noch der Parque Florestal das Queimadas auf unserem Plan. Doch auch hier zeigte sich, wie wichtig es ist, bei beliebten Madeira-Spots früh unterwegs zu sein.
Der Parkplatz war bereits gegen 11 Uhr voll und damit war für uns leider kein Zutritt mehr möglich.
Unser nächstes Ziel war São Vicente.
Beim Miradouro São Cristóvão legten wir einen Stopp ein und genossen den Blick auf die Küste. Danach ging es zur kleinen Capelinha do Calhau. Die Kapelle direkt am Meer ist etwas ganz Besonderes, denn sie wurde regelrecht in den schwarzen Basaltfelsen integriert.
Zum Abschluss beschäftigten wir uns noch mit einem der wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte der Insel: der Banane.
Im Bananenmuseum erfuhren wir einiges über den Anbau der Madeira-Banane, unter anderem, dass die Blüte nach der Entwicklung der Frucht entfernt wird, damit die Bananen besser wachsen können.
Und natürlich durfte dabei auch eine kleine Anekdote über Sisi nicht fehlen. Die österreichische Kaiserin soll Madeira und insbesondere die heimischen Bananen sehr gemocht haben.
Tag 6: Heute ging es an die Nordküste Madeiras. Nach den vielen Wanderungen der vergangenen Tage waren wir inzwischen allerdings schon etwas vorsichtiger mit unseren Kräften.
Eigentlich wollten wir an diesem Tag zu Beginn die berühmte Levada das 25 Fontes in Angriff nehmen. Wir versuchten uns an der Route über PR 13.1, mussten aber schließlich abbrechen. Nach all den Wanderungen der letzten Tage waren die Beine einfach zu schwer. Und ehrlich gesagt: Ein wirklich „leichter“ Wanderweg fühlt sich auf Madeira nach mehreren Tagen mit ordentlich Höhenmetern ohnehin etwas anders an.
Also entschieden wir uns, lieber die Küste weiter zu erkunden, eine Entscheidung, die sich definitiv gelohnt hat.
Weiter ging es nach Ribeira da Janela. Schon von oben ist die Landschaft beeindruckend: steile, sattgrüne Berghänge treffen auf den tiefblauen Atlantik. Besonders schön war der Miradouro da Eira da Achada.
Danach ging es hinunter Richtung Meer. An der Küste warteten die markanten Felsformationen von Ribeira da Janela auf uns. Die vorgelagerten Felsen wirken wie riesige Skulpturen im Atlantik – tatsächlich ist eine der Felsformationen sogar namensgebend: „Janela“ bedeutet Fenster, denn einer der Felsen besitzt eine charakteristische Öffnung.
Von Ribeira da Janela fuhren wir weiter Richtung Seixal.
Die Praia do Seixal gehört zu den bekanntesten Stränden Madeiras. Die Kombination aus schwarzem Sand, tiefblauem Atlantik und den sattgrünen Bergen im Hintergrund ist einfach spektakulär. Wir spazierten ein Stück entlang der Promenade von Seixal. Anschließend ging es noch zu den Piscinas Naturais do Seixal / Poças das Lesmas. Die natürlichen Pools sind ebenfalls vulkanischen Ursprungs und liegen direkt zwischen den schwarzen Felsen des Atlantiks.
Zum Abschluss unseres Tages kamen wir auf die Piscinas Naturais de Porto Moniz zurück. Eigentlich wäre ein Bad in den berühmten Lavapools natürlich perfekt gewesen, schließlich gehören sie zu den absoluten Wahrzeichen der Nordküste. Aber ausgerechnet heute zeigte die rote Flagge, sodass Schwimmen nicht möglich war. Ein bisschen schade, aber bei den super hohen Wellen des Atlantiks war die Entscheidung natürlich nachvollziehbar.

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