Valencia Mai 2026

Valencia hat uns vom ersten Moment an abgeholt. Mit der Metro ging es unkompliziert vom Flughafen in die Stadt. Unsere erste Station war die Gegend rund um die Stierkampfarena, die beeindruckende Plaza de Toros de Valencia. Und besser hätte das Timing kaum sein können: Donnerstag, kurz vor Mittag. Denn jeden Donnerstag um Punkt 12 Uhr findet an der Puerta de los Apóstoles der berühmte Wassergerichtshof von Valencia statt, das „Tribunal de las Aguas“. Vor der Kathedrale versammelten sich Einheimische und Besucher, während die traditionell gekleideten Vertreter der Bewässerungsgerichte ihre jahrhundertealte Sitzung abhielten. Es wirkt mittlerweile aber eher touristisch als sinnvoll. Am Nachmittag spazierten wir gemütlich weiter zu unserem Hotel in der Nähe des Mestalla Stadium. Besonders beeindruckend an Valencia ist der ehemalige Flusslauf des Turia. Wo früher Wasser durch die Stadt floss, erstreckt sich heute ein kilometerlanger Park mit Radwegen, Palmen, Sportplätzen und kleinen Oasen mitten zwischen den Straßen. Beim Spazieren vergisst man fast, dass man sich in einer Großstadt befindet. Unterwegs kamen wir an mehreren kleinen Plätzen und Grünanlagen vorbei. Ein echtes Highlight auf dem Weg war der Gulliver Park. Die riesige Figur des liegenden Gulliver sieht aus wie ein Kunstwerk aus einem Fantasiefilm, gleichzeitig ist sie ein riesiger Abenteuerspielplatz mit Rutschen und Klettermöglichkeiten. Je weiter wir Richtung Süden kamen, desto futuristischer wurde die Kulisse. Plötzlich öffnete sich der Blick auf die spektakuläre City of Arts and Sciences. Die weißen Gebäude spiegelten sich im Wasser, überall entstanden perfekte Fotomotive.
Der perfekte Start für unsere Tage in Valencia. Unser nächster Tag in Valencia begann mit einem ausgedehnten Spaziergang durch die historische Altstadt. Der Rundgang startete bei den mächtigen Torres de Serranos. Die alten Stadttore wirken wie ein Eingang in eine andere Zeit. Früher schützten sie Valencia vor Eindringlingen, heute bieten sie einen der schönsten Einstiege in die verwinkelten Gassen der Altstadt. Und von oben hat man einen imposanten Ausblick. Von dort ging es vorbei an historischen Gebäuden wie dem Palau de Benicarló, dem heutigen Sitz des Regionalparlaments. Zwischen den alten Palästen, Innenhöfen und schmalen Straßen fühlt sich die Stadt gleichzeitig elegant und lebendig an. Vor allem wenn lautstark demonstriert wird. Ein Höhepunkt war die Basílica de la Mare de Déu dels Desemparats. Direkt daneben öffnet sich der wunderschöne Platz rund um die Valencia Cathedral, wahrscheinlich einer der beeindruckendsten Orte der Stadt. Wir haben im Anschluss die Sonne auf der Plaça de la Reina genossen. Besonders spannend war anschließend der Blick in die Vergangenheit bei der L’Almoina Archaeological Museum. Unter der modernen Stadt liegen die Überreste des antiken Valencia verborgen, römische Mauern, alte Straßen und Fundamente vergangener Jahrhunderte. Von der Plaça de la Reina führte uns der Spaziergang noch tiefer hinein in das historische Valencia. Ein besonders spannender Stopp war die L’Almoina Archaeological Museum. Hier wird sichtbar, wie viele Schichten Geschichte unter Valencia verborgen liegen. Zwischen römischen Mauern, alten Wasserkanälen und Fundamenten vergangener Jahrhunderte bekommt man ein Gefühl dafür, wie alt diese Stadt tatsächlich ist. Nur wenige Schritte weiter erreichten wir das historische Almudín, das ehemalige Kornlager der Stadt. Valencia überrascht ständig mit Orten, die man vielleicht gar nicht geplant hatte und die dann trotzdem in Erinnerung bleiben. Danach ging es vorbei an weiteren eleganten Stadtpalästen wie dem Palacio de Boíl d’Arenós. Einer der beeindruckendsten Orte des Tages war ohne Zweifel der Palacio del Marqués de Dos Aguas. Anschließend erreichten wir das politische Zentrum der Stadt rund um das Ajuntament de València. Natürlich durfte auch ein Besuch des berühmten Mercat Central de València nicht fehlen. Schon beim Betreten strömen einem die Gerüche von frischem Obst, Gewürzen, Jamón und Meeresfrüchten entgegen.

Direkt gegenüber steht die imposante Llotja de la Seda, die ehemalige Seidenbörse und eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke Europas. Zum Abschluss schlenderten wir noch durch ein paar Geschäfte. Bevor es heute Mittag wieder zurück nach Hause geht, haben wir unseren letzten Tag in Valencia noch einmal richtig ausgekostet. Und dafür gibt es wohl kaum einen besseren Ort als den langen Stadtstrand Playa de la Malvarrosa. Ein echtes Highlight wartete dann gestern Abend noch auf uns: Fußballstimmung live in Valencia. Rund um das Mestalla Stadium herrschte schon Stunden vor dem Spiel Ausnahmezustand. Fans in Trikots, volle Bars, Gesänge auf den Straßen und zusätzlich eine Demo gegen das Management. Im Stadion selbst war die Stimmung beeindruckend. Selbst wenn man kein eingefleischter Fußballfan ist, spürt man sofort, welchen Stellenwert der Fußball hier hat. Das alte Mestalla mit seinen steilen Tribünen sorgt dafür, dass man mitten im Geschehen sitzt und jede Aktion direkt miterlebt. Valencia hat uns überrascht: historisch und modern zugleich, entspannt und lebendig, voller Geschichte, Fußball, Sonne und mediterranem Lebensgefühl. Genau diese Mischung macht die Stadt so besonders. 

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